Kognitive Psychotherapie

Eine Grundannahme der kognitiven Psychotherapie: Psychische Störungen (Depressionen, Angststörungen) können auch durch gelernte realitätsinadäquate, verzerrte und übergeneralisierte Denkmuster und Bewertungsprozesse hervorgerufen werden. Diese sogenannten dysfunktionalen Annahmen sorgen dann ebenfalls für eine Aufrechterhaltung der psychischen Krankheit.

Kognitive Irrtümer, die von falschen Grundannahmen abgeleitet werden

Übergeneralisierungen
Wenn es in einem Fall zutrifft, gilt es in ähnlichen Fällen auch.

Katastrophisieren
Man muss immer das Allerschlimmste denken. Wahrscheinlich wird es dir passieren.

Übertriebenes Verantwortungsgefühl
Ich bin für jedes Misslingen, Versagen etc. verantwortlich.

Annehmen einer zeitlichen Kausalität
Wenn etwas in der Vergangenheit zutraf, wird es immer zutreffen.

Dichotomes Denken
Alles ist entweder ein Extrem oder das Andere (schwarz oder weiß; gut oder schlecht).

Bezugnahmen auf die eigene Person
Besonders meine schlechten Leistungen stehen im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit.

Selektive Abstraktion
Die einzigen Ergebnisse die zählen, sind Misserfolge oder Entbehrungen. An Schwächen und Irrtümern muss man sich messen.

Beispiele für dysfunktionale Annahmen

„Von jeder wichtigen Person meiner Umwelt muss ich unbedingt geliebt und geschätzt werden“.

„Wenn etwas nicht so läuft, wie ich es gern hätte, gleicht dies einer Katastrophe“.

„Das Unglück kommt immer von außen und ich kann wenig oder überhaupt nichts dagegen tun“.

„Ich bin von anderen abhängig und brauche einen starken Menschen, auf den ich mich verlassen kann“.

Durch irrationale Überzeugungen und Normvorstellungen kommt es zu irrationaler, subjektiv verzerrter Wahrnehmung und falscher Interpretation. Dadurch können emotionale Probleme und Verhaltensstörungen entstehen.

Kognitive Prozesse erzeugen emotionale Reaktionen. Eine kognitive Psychotherapie (z. B. Kurzzeittherapie oder Hypnosetherapie) macht es möglich, depressive Emotionen durch Veränderung der depressionstypischen Denkmuster zu behandeln. Charakteristisch für eine Depression sind: Negative Sicht der eigenen Person, der Umwelt und der Zukunft. Durch das Bewusstmachen von negativen Gedanken lernen Betroffene zunächst die Selbstbeobachtung von Affektäußerungen. Auftretende Gedanken werden dann zu den negativ erlebten Situationen und den damit verbundenen Emotionen in Beziehung gesetzt und alternative Denk- und Empfindungsmuster entwickelt.

Oftmals führen depressive Menschen einseitige Interpretationen und Selbstabwertungen durch. Ihnen kann durch eine sogenannte Umattribuierung (Umbewertung, Neubennung) geholfen werden. Weitere Beispiele für eine kognitive Umstrukturierung sind: Distanzierung, positives Umdeuten und Herausforderung (ein Problem als Herausforderung betrachten).