Hypnose der ersten Generation lehne ich ab

Die erste Generation von Hypnose lehne ich persönlich ab, weil man mit ihren Ansätzen den Klienten wie einen Idioten behandelt.

Was ist Hypnose der ersten Generation?

Bei der Hypnose der ersten Generation wird ein autoritärer Ansatz angewandt, der immer noch vorherrschend von den meisten Hypnotiseuren vertreten wird. Der bewusste und der unbewusste Verstand des Klienten werden sozusagen als Idioten betrachtet. In der Hypnose will man den bewussten Verstand „ausschalten“ und dann wird mit dem Unbewussten wie mit einem zweijährigen Kind gesprochen, das man herumkommandieren will. Mit direkten Suggestionen versucht man die Gehirne der Klienten in eine Richtung zu drängen, ohne ihre  Kooperationsbereitschaft zu erfragen. Gelingt der Richtungswechsel nicht, was auch meistens der Fall ist, glaubt der Klient, dass er versagt hätte und nicht der Hypnotiseur.

Den Hilfesuchenden, die an einen Hypnotiseur geraten, der die Ansätze der ersten Generation von Hypnose vertritt, wird gesagt, sie sollten die Augen schließen und ihren Mund halten. Der Hypnotiseur beginnt nun damit, neue Handlungsanweisungen in das Gehirn seines Klienten zu installieren. Genau aus diesem Grund sind die meisten Menschen zu Recht misstrauisch gegen Hypnose und Trance. Und es wundert auch nicht, dass die Veränderungen meistens auch nicht langen bestehen bleiben.

Man kann Menschen in Trance nicht manipulieren oder irgendwelche Schalter umlegen. Wenn das wirklich funktionieren würde, gebe es mit Sicherheit ständig Banküberfälle, die von hypnotisierten Opfern durchgeführt würden.  Menschen  mit kriminellen Potenzial würden sich diese Möglichkeiten professionell nutzbar machen.

 

Wenn Sie einen Hypnotiseur suchen, sollten Sie folgendes tun

Suchen Sie sich also Ihren Hypnose-Coach oder Hypnose-Therapeuten gut aus.

Fragen Sie ihn oder sie genau, was er/sie mit Ihnen machen wird, um sie beim Erreichen Ihrer Ziele zu unterstützen und lassen Sie sich seine/ihre Methode genau erklären.

Erkundigen Sie sich nach den Ansätzen, die er/sie anwenden wird, um Ihre Schwierigkeiten aufzulösen.

 

Hypnose der zweiten Generation

Milton Erickson entwickelte eine neue Art der hypnotischen Arbeit. Er sah jeden Menschen als absolut einzigartig an und er ging davon aus, dass das Unbewusste eine kreative Weisheit besitzt. Seine Hypnose der zweiten Generation unterscheidet sich von allen  anderen Formen der angewandten Hypnose.

Hypnose der zweiten Generation als besonderer Lernzustand

Für Erickson war Trance ein besonderer Lernzustand, in dem das kreative Unbewusste für den Menschen nützliche Veränderungsprozesse für Wachstum selbst hervorbringen konnte. Er ging von einer unglaublichen Intelligenz des Unbewussten aus. Zu seiner Zeit (Anfang bis Mitte des 20. Jahrhundert) war das eine radikale Idee, die zu einer völlig neuen Art der Trancearbeit führte.

Jede Trance war für ihn einzigartig und die hypnotischen Suggestionen leitete er primär aus den eigenen Mustern seiner Klienten und ihrer fortlaufenden Erfahrungen ab. Die Beziehung zwischen Hypnotiseur und Klient war kooperativ  und nicht autoritär wie in der hypnotischen Arbeit der ersten Generation.

Das Bewusste störte Milton Erickson

Aber der bewusste Verstand war für Erickson eher ein Störenfried, den er in seiner Hypnose zu umgehen versuchte. Für ihn war das Bewusste von geringer Bedeutung für Selbst-Transformation und Veränderung, deshalb benutzte er indirekte Suggestionen bei seiner Arbeit und versuchte mit Dissoziationen und Konfusionstechniken den bewussten Verstand zu entmachten. Seine grundlegende Idee: Ist das Bewusste aus dem Weg geräumt, kann das kreative Unbewusste aktiv werden und den Klienten in Veränderungsprozesse unterstützen.

Erickson war für seine Kreativität bekannt. Er begreift Therapie als eine Arbeit, die sich auf die individuelle Persönlichkeit des Klienten bezieht. Für ihn gab es kein Schema, nach dem er vorging. Er ging davon aus, dass der Mechanismus, der ein Problem aufrechterhält, auch der Mechanismus zur Lösung des Problems ist. Seiner Meinung war: Wenn Problemstrategien gut entwickelt sind, sollte man sie nicht zerstören und neu aufbauen. Vielmehr sollte man die Problemstrategien für die hypnotische Arbeit nutzbar machen. Die Utilisation (Nutzbarmachung) des Verhaltens der Klienten und seiner Symptome im therapeutischen Prozess unterscheidet die Arbeit von Erickson von allen anderen Formen der Hypnose.

 

Die dritte Generation der Hypnose

In der Trancearbeit der dritten Generation wird das „Übergehen“ vom bewussten Verstand als unnötig und wenig hilfreich betrachtet.

Milton Erickson, der die zweite Generation der Hypnose entwickelte, zeigte, wie man mit dem unbewussten Verstand einer Person reden konnte. In der dritten Generation von Trancearbeit ist es primär das Ziel, dass Individuen lernen, dies für sich selbst zu tun.

Das Unbewusste ist das Pferd und der bewusste Verstand der Reiter. Und von großer Bedeutung ist die Beziehung zwischen den beiden. (William James)

 

Mit dem kreativen Unbewussten kommunizieren

Während die Hypnose alten Stils den Ansatz pflegte, dass der bewusste Verstand eine Beziehung zum Unbewussten hat, die von Dominanz und Unterwerfung geprägt ist, entwickelte Erickson in der zweiten Generation von Trancearbeit eine Methode, die auf tiefem Zuhören und Einstimmung auf die Beziehung (zwischen Reiter und Pferd) beruhte.

Die dritte Generation von Hypnose möchte,  dass der Mensch lernt, mit dem eigenen kreativen Unbewussten in Kontakt zu treten und mit ihm zu kommunizieren. In vergleichbarer Weise, wie es Milton Erickson tat. Dazu muss der bewusste Verstand umorganisiert werden. Nützlich ist es, mit seinem kreativen Unbewussten auf eine wertschätzende Weise in Kommunikation zu treten. Wer das beherzigt, kann sein eigener Coach werden, indem er die Rollen von „Hypnotiseur“ und „Klient“ in  Beziehungsresonanz internalisiert. Man verbindet damit die Welt des bewussten Verstands mit der Welt kreativen Unbewussten.

Die Vereinigung von

  1. dem Selbstgewahrsein des bewussten Verstands und
  2. der kollektiven Weisheit und Intelligenz des kreativen  Unbewussten

ist die Grundlage generativen Bewusstseins.

Das soll nicht bedeuten, dass man selbst nie wieder Hilfe in Anspruch nehmen müsste. Aber die Hilfe sollte sich primär darauf konzentrieren, die Beziehung innerhalb des Menschen zu optimieren. Alles andere kann oftmals wie ein kluger Ratschlag, als ein Schlag ins Gesicht empfunden werden. Auch wenn der Ratgeber oder Berater es eigentlich nicht so beabsichtigt hatte, kann es Ratsuchenden allerdings so empfunden werden.

 

Hypnose und das Unbewusste

Um ein besseres Verständnis für die Wirkungsweise von Hypnose zu bekommen, betrachten wir den menschlichen Geist einmal als Modell, das aus drei Ebenen besteht. Jede Ebene ist für unterschiedliche Aufgaben zuständig. Hypnose und das Unbewusste können der Schlüssel für wirkungsvolle Veränderungen sein.

Ebene 1: Bewusstsein

Während Sie diesen Text lesen, setzen Sie Ihr Bewusstsein ein. Mit Ihrem Verstand analysieren Sie Zusammenhänge und versuchen den Inhalt dieser Sätze zu verstehen.

Ebene 2: Das Unterbewusstsein

Unterhalb des Bewusstseins liegt das Unterbewusstsein. Hier sind z.B. die Emotionen abgespeichert. Mit Hilfe der Hypnose haben wir einen Zugang zum Unterbewussten.

Ebene 3: Das Unbewusste

Noch tiefer liegt das Unbewusste, das z.B. den Herzschlag steuert.

Unser Leben hängt von der Funktionsfähigkeit unserer Geistes ab. Aus diesem Grund hat unser Geist vielfältige Mechanismen, um den Menschen vor Schaden zu bewahren, und jede der oben genannten Ebenen verfügt über einzigartige Schutzmechanismen.

Dazu kommt noch ein ganz besonderer Schutz, der sich an der Grenze vom Bewusstsein zum Unterbewusstsein befindet: Der kritische Teil des Bewusstseins. Für die Hypnose ist die Funktionsweise des Kritischen Teils ganz besonders relevant, deshalb wird er als eigene Ebene betrachtet. Unser Modell wird deshalb um eine vierte Ebene erweitert:

  • Bewusstsein
  • Kritischer Teil des Bewusstseins
  • Unterbewusstsein
  • Unbewusstes

Auf allen vier Ebenen sind aktive Schutzfunktionen vorhanden. Um ein Verständnis für Hypnose zu bekommen, beginnen wir mit der untersten Ebene, dem Unbewussten.

Hypnose und das Unbewusste

Das Unbewusste wird auch als „der Verstand des Körper“ bezeichnet. Das autonome Nervensystem ist ein wesentlicher Teil des Unbewussten. Es steuert unter anderem unser Immunsystem, die gesamte glatte Muskulatur (z.B. die Blutgefäße oder die Verdauung), die Atmung und auch unseren Herzschlag. Das Unbewusste enthält sozusagen eine Art „Grundprogrammierung“.

Die Lernfähigkeiten des Unbewussten sind begrenzt. Der russische Forscher Iwan Pawlow hat bewiesen, dass durch die klassische Konditionierung zu den angeborenen Reflexen neue hinzugefügt werden können. (Hunde bekamen Futter, nachdem eine Glocke geläutet wurde. Nach einigen Wiederholungen des Experimentes erzeugte das Leuten der Glocke bei den Versuchstieren einen Speichelfluss, auch wenn es kein Futter gab). Die Speichelbildung wird im Unbewussten (autonomes Nervensystem) ausgelöst. Wenn ein Mensch Hunger verspürt und an seine Lieblingsspeisen denkt und sich vorstellt, wie er sie bereits genussvoll verzehrt, dann steuert das Unbewusste die Speichelbildung unseres Träumers. Auch dann, wenn er mit dem Verstand weiß, dass er erst in einer oder zwei Stunden etwas zu essen bekommt. Er kann die Speichelbildung während der Gedanken an seine Speisen nicht mit dem bewussten Verstand verhindern.

Das Unbewusste übernimmt aber noch weitere wichtige Funktion für uns. Es lässt unseren Körper Emotionen fühlen. Und aus diesem Grund werden Emotionen auch als Gefühle bezeichnet: Man kann sie fühlen. Das Unbewusste macht mit einer Emotion wie z.B. Angst mit unserem Körper folgendes: Die Blutgefäße verändern sich, die Körperhaltung wird möglicherweise anders, der Gesichtsausdruck und unzählige weitere körperlich Parameter werden durch die Emotion Angst beeinflusst. Diese Reaktionen können wir auf der bewussten Ebene nicht unterdrücken, denn sie werden vom Unbewussten gesteuert.

Die Steuerung unseres Immunsystems (kann in Hypnose nicht beeinflusst werden) und die Steuerung von Schutzreflexen sind die wichtigsten Schutzfunktionen des Unbewussten. Das Wegziehen der Hand von der heißen Herdplatte oder der Schutz unseres Gesichts vor einem Fußball geschieht ebenso unbewusst, wie die Bekämpfung einer Infektion. Auch die Schmerzempfindung wird durch das Unbewusste gesteuert.

Das Unbewusste übernimmt also überlebenswichtige Funktionen für uns, um die wir uns bewusst überhaupt nicht kümmern könnten.

 

Hypnose und das Unterbewusstsein

Die Persönlichkeit des Menschen wird durch das Unterbewusste maßgeblich geprägt. Glücklich oder traurig, zufrieden oder unzufrieden, erfolgreich oder weniger erfolgreich: Das Unterbewusstsein entscheidet darüber, als was für einen Menschen wir uns selbst sehen und wie wir selbst über uns denken. Und unsere Umwelt nimmt uns meistens genauso war, wie wir uns selbst sehen. Man könnte auch behaupten, die Umwelt ist wie ein großer Spiegel, in dem wir uns ständig selbst betrachten können. Hypnose und das Unterbewusstsein sind der Schlüssel, um mit diesem Spiegelbild sehr gut arbeiten zu können.

Unsere Glaubenssätze, Verhaltensweisen und Gewohnheiten sind im Unterbewusstsein gespeichert und der entscheidende Teil bei der Veränderungsarbeit im Coaching und in der Hypnose.

John Locke (Philosoph) glaubte, dass unser Unterbewusstes bei der Geburt ohne Inhalt sei. Dafür prägte er den Begriff „Tabula rasa“, unbeschriebenes Blatt. Das Unterbewusste ist mit Beginn der Entwicklung eines Menschen tatsächlich ohne „Vorprogrammierung“, im Gegensatz zum Unbewussten, dass bereits eine genetische Programmierung enthält. Allerdings beginnt die „Programmierung“ des Unterbewussten bereits im Mutterleib und nicht erst bei der Geburt eines Menschen. Und jeden Tag im Leben eines Menschen werden, wie bei einer Datenbank, Informationen hinzugefügt und abgespeichert.

Hypnose und das Unterbewusstsein

Das Unterbewusstsein entwickelt aus all diesen Daten Glaubenssätze und Gewohnheiten. Dadurch wird die Persönlichkeit eines Menschen entwickelt und stabilisiert, ähnlich wie bei einem Computer-Betriebssystem. Diese Grundprogramme sind fest verankert und nur schwer zu verändern, selbst wenn der Mensch sich eine Veränderung wünscht. (Beispiel Abnehmen. Jeder weiß, was er tun müsste um abzunehmen: Gesund leben. Aber kaum einer schafft es, seine Essgewohnheiten zu verändern.) Die Grundprogramme werden vom Unterbewusstsein auf der Basis der „abgespeicherten Daten“ entwickelt und nicht auf Grund einer Entscheidung. Deshalb sind sie auf der bewussten Ebene auch meistens nicht zu verändern, selbst wenn der Mensch sich eine Veränderung wünscht. In der Hypnose bekommen wir einen Zugang zum Unterbewussten und können die „hinderlichen Programme“ sozusagen neu ausrichten oder ein wenig „umprogrammieren“.

Alle Emotionen entstehen auf der unterbewussten Ebene. Das Unbewusste macht aus den Emotionen (wie in „Einführung in die Hypnose Teil 1“ beschrieben) spürbare Gefühle.

Wir konstruieren Realitäten

Das Unterbewusstsein konstruiert aus den abgespeicherten Informationen ein System von Regeln und bestimmt damit auf einer Metaebene, mit welchen Emotionen wir auf Informationen, die wir von außen wahrnehmen oder auch selbst produzieren (Menschen nennen dies denken), reagieren. Das Regelsystem ist eng mit unseren Glaubenssätzen verbunden. Wenn wir glauben, dass sich eine Person so verhalten soll, wie wir es gern hätten, diese Person sich aber nicht so verhält, spüren wir  möglicherweise eine bestimmte Emotion. Die Auswahl der Emotion übernimmt das Unterbewusstsein, ob uns das gefällt oder nicht. Bewusst haben wir keinen Einfluss auf diese Auswahl, denn sie wird über das Regelsystem, dass im Unterbewussten abgelegt ist, getroffen. Wenn jemand zum Beispiel Wut spürt, kann er die Wut zwar unterdrücken, abschalten kann er sie meistens nicht, weil Sie durch das Unterbewusste als Emotion erzeugt und vom Unbewussten in ein Körper-gefühl umgewandelt wird. Wenn ein anderer Mensch Sie attraktiv findet und sich zu Ihnen hingezogen fühlt, kann der Andere das nicht mit seinem Bewusstsein beeinflussen. Das Bewusstsein gibt ihm nur die Möglichkeit, seine Emotionen nach außen zu unterdrücken. Abschalten kann er sie nicht.

Nach dem derzeitigen Wissenstand ist die Kapazität des Unterbewusstseins praktisch unendlich groß. Bislang konnte eine Begrenzung des Unterbewusstseins nicht gefunden werden. Das menschliche Gehirn besteht aus ca. 100 Milliarden Gehirnzellen (Neuronen), die untereinander vernetzt sind. Ein einzelnes Neuron ist im Durchschnitt mit 15.000 anderen Neuronen direkt verbunden. Die Anzahl der möglichen Verbindungen übertrifft dabei die Anzahl der Atome im Weltall. Damit gehört das menschliche Gehirn zu dem komplexesten Organ, das uns Menschen bekannt ist.

Das Unterbewusstsein des gesunden Menschen kann jederzeit Neues dazulernen und alle jemals gelernten Informationen stehen dem Unterbewussten jederzeit zur Verfügung. Das Bewusste hat allerdings nur einen beschränkten Zugang zu diesem riesigen Datenspeicher. In Hypnose bekommen wir einen direkten Zugriff auf die abgelegten Informationen und Regelkreise, da das Bewusste sozusagen mit anderen Dingen beschäftigt wird und sich nicht einmischen kann.

Auch das Unterbewusstsein erfüllt eine wichtige Schutzfunktion. So schützt es uns, indem es z.B. Angst erzeugt und uns damit vor möglichen Gefahren bewahrt. Eine weitere Schutzfunktion ist die Stabilität unserer Identität, die u.a. aus Gewohnheiten, Glaubenssätzen und den Regeln für unsere Emotionen besteht. Erst wenn dieses System eine hohe Stabilität hat, ist die Persönlichkeit eines Menschen gefestigt.

 

Hypnose und das Bewusstsein

Über den Satz „Ich denke, also bin ich“ des Philosophen Rene Descartes (1642) wurde schon sehr viel diskutiert.  Aber auf welcher Ebene unseres Geistes wird die Identität eines Individuums definiert und geformt? Die Suche nach der eigenen Identität findet auf der unbewussten Ebene statt. Aber was haben Hypnose und das Bewusstsein damit zu tun?

Der Teil von uns, der denkt, ist jedoch der Teil, den wir benutzen, um unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren. Und diesen Prozess führen wir mit unserem Bewusstsein durch. Hat sich der große Philosoph mit seiner Aussage möglicherweise geirrt?

Das Bewusstsein

Mit unserem Bewusstsein können wir gezielt unsere Aufmerksamkeit lenken. Auf Dinge in der Vergangenheit und auf Dinge, die möglicherweise in der Zukunft passieren werden. Jedes Mal, wenn wir das tun, gehen wir in Hypnose. Denn die Hauptaufgabe des Bewusstseins liegt in der Fokussierung auf das Hier und Jetzt. Die Fokussierung auf das, was jetzt gerade in diesem Augenblick passiert, auf das, was ich sehe, höre, fühle, rieche und schmecke. Alles andere sind Halluzinationen. Und um zu halluzinieren, muss man in Trance (Hypnose) gehen.

Das logische Denken findet im Bewusstsein statt. Nur mit dem Bewusstsein kann der Mensch analytisch und logisch denken. Der Mensch versucht, logische Probleme mit dem analytischen Teil und dem logischen Teil durch Lösungsversuche mehr oder weniger gut zu lösen. Die unbewusste Ebene ist für logische Überlegungen nicht zuständig.

Der analytische Teil in uns analysiert ein Problem und sucht nach einer Lösung dafür. Was ist zu tun, wenn der Rasenmäher nicht funktioniert, der Rasen aber gemäht werden muss?

Auf der rationalen Ebene suchen wir nach Gründen für ein bestimmtes Verhalten oder Denken. Finden wir nicht den Grund für unser Verhalten, macht uns das möglicherweise Angst oder wir werden frustriert oder nervös. Die bewusste Begründung für ein unliebsames Verhalten, die wir uns selbst geben, ist in der Regel nicht neu. Fragt man Raucher danach, warum sie Zigaretten rauchen, bekommt man oftmals als Antwort: Rauchen beruhigt und entspannt. Nun weiß aber jeder, dass Nikotin nicht entspannend wirkt.

Befragt man übergewichtige Menschen nach dem Grund ihres Übergewichtes, stellt sich heraus, dass hinter ihrem Essverhalten ein sekundärer Gewinn steht. Mit Hunger hat das Ganze nichts mehr zu tun.

Der Grund, den uns der bewusste Teil für ein ungewünschtes Verhalten vorgaugelt, ist in vielen Fällen nicht der wahre Grund, der ist vollkommen unbewusst oder aber verdrängt.

Auch unsere Willenskraft wird durch das Bewusstsein kontrolliert. Ein Raucher könnte zum Beispiel sagen: „Ich werde die Zigaretten vernichten und nichts auf der Welt wird mich dazu bringen, wieder mit dem Rauchen zu starten.“ Jedoch belegt eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Aktionskreises Tabakentwöhnung: Bei Aufhörversuchen mit Willenskraft alleine, sind nur ein bis drei Prozent der Raucher, die Nichtraucher geworden sind, auch nach einem Jahr noch Nichtraucher. Hypnose kann hier wirkungsvoll unterstützen.

Auch eine Diät, die mit Willenskraft durchgeführt wird, kostet eben ständig Kraft. Solange diese Kraft aufrecht erhalten wird, z.B. durch regelmäßige Gruppentreffen, kann es funktionieren. Doch nur sehr wenige Menschen halten diesen Aufwand ein Leben lang durch. Wissen sie doch auch, dass Diäten zum Abnehmen nicht geeignet sind. Hier kann ein Coaching mit Hypnose durchaus nützlich sein. Und das Weight-Watchers Wiederholungstäter sind. Die meisten Abnehmwilligen fallen in ihr altes Verhaltensmuster zurück, wenn sie zum Beispiel nicht mehr die Kraft aus den regelmäßigen Gruppentreffen in sich aufsaugen können.

Das Bewusstsein hat eine begrenzte Kapazität, im Gegensatz zum Unterbewusstsein, dessen Kapazität unbegrenzt ist. So kann das Bewusstsein nur 7 plus-minus  2 Dinge gleichzeitig bearbeiten. Mit Hilfe der Hypnose können wir auf die riesengroße „Datenbank“ der unbewussten Ebene zugreifen. Dadurch können wir einen direkten Einfluss auf unsere Gewohnheiten und Glaubenssätze nehmen. Insbesondere auf die Glaubenssätze, die uns in unserm Verhalten einschränken.

Genau, wie die bereits oben erwähnten Ebenen Unbewusstsein und Unterbewusstsein hat auch das Bewusstsein eine Schutzfunktion für uns. Es kann uns vor Gefahren schützen, die wir durch rationales und analytisches denken erkennen können.

 

Hypnose und das kritische Bewusstsein

An der Grenze zum Unterbewusstsein befindet ich der Kritische Teil unseres Bewusstseins. Kommen neue Informationen an uns heran, werden sie zunächst vom Bewusstsein überprüft und analysiert. Sind die Informationen für uns logisch und schlüssig, werden sie an den Kritischen Teil weitergereicht. Nun vergleicht dieser Teil die neuen Informationen mit dem, was im Unterbewusstsein bereits abgelegt ist. Stimmen die Informationen überein, lässt sie der Kritische Teil sofort ins Unterbewusstsein. Die bereits vorhandenen Gewohnheiten und Glaubenssätze werden weiter verstärkt. Stimmen die Informationen nicht überein, werden sie vom Kritischen Teil abgewiesen. Weil Hypnose und das kritische Bewusstsein wichtige Teilaspekte bei Veränderungsprozessen sind, ist es nützlich, deren Funktionen zu verstehen.

Zusammenfassung

Bewusstsein

Es lenkt unsere Aufmerksamkeit.
Es gibt einen analytischen Teil und einen logischen Teil.
Hat eine sehr begrenzte Kapazität.
Hier entsteht Willenskraft.
Schützt uns vor bewusst wahrgenommener Gefahr.
Kritischer Teil Vergleicht eingehende Informationen mit bereits gespeicherten Informationen.
Entscheidet, welche Informationen ins Unterbewusstsein weitergeleitet werden.
Schützt uns vor unnötigen Veränderungen, die Energie kosten.

Unterbewusstsein

Am Anfang ist es ein „unbeschriebenes Blatt“oder eine leere Festplatte.
Glaubenssätze und Gewohnheiten sind hier abgespeichert.
Hier werden die Emotionen erzeugt.
Das Unterbewusstsein ist wie eine „Datenbank“ mit unbegrenzter Kapazität.
Beschützt die Persönlichkeit durch Widerstand gegen Veränderung.
Schützt gegen ihm bekannte Gefahren und motiviert dazu, Bedürfnisse zu erfüllen.

Unbewusstes

Autonomes Nervensystem, der Verstand des Körpers.
Angeborene „Grundprogrammierung“.
Steuert u.a. Immunsystem, Herzschlag, Atmung, Instinkte Erzeugt körperlich Gefühle.
Steuert die glatte Muskulatur.
Hat eine begrenzte Lernfähigkeit.
Schützt uns vor Infektion und durch Reflexe.