Angst vor Menschen zu reden

Die Angst vor Menschen zu reden ist dem Schmerz ähnlich. Wir können die Angst als Alarmsignal des Körpers betrachten, bei der er sich darauf einstellt eventuell fliehen zu müssen oder ganz allgemein gesprochen aus einer Bedrängnis entkommen möchte.

Stellen Sie sich jetzt bitte vor, Sie fahren in einem Hochhaus mit einem Fahrstuhl bis ganz nach oben und blicken nun nach unten – durch den Fahrstuhl, denn Sie stehen auf einer Glasplatte. Sie schauen viele Meter in die Tiefe und haben natürlich Angst zu fallen, obwohl sie sicher stehen und die starke Platte Sie trägt. Angst ist etwas Hilfreiches, denn sie unterstützt uns, gefährliche Situationen wie diese wahrzunehmen. Wir sind sozusagen kampfbereit, denn wir wollen überleben. Der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller, die Lungengefäße weiten sich und die Muskelspannung nimmt zu. Der Körper benötigt mehr Energie: der Blutzuckerspiegel steigt an. Die körpereigene Biologie sorgt für eine hohe Leistungsbereitschaft durch Ausschüttung der Hormone Kortisol, Adrenalin und Noradrealin. So ist es für viele Menschen bei öffentlichen Reden oder dem Gang auf eine kleine oder große Bühne. (40 Prozent aller Menschen haben Angst öffentlich zu reden.) Sie stehen vor dem Publikum und bei starker Redeangst bleiben Ihnen im schlimmsten Fall die Worte im Halse stecken. Sie würden gern im Boden versinken oder der Situation entfliehen. Die Angst vor Menschen zu reden hat Sie im Würgegriff. Sie nimmt Ihnen die Luft zum Atmen. An dieser Stelle wird sie so enorm mächtig, dass Sie für sich eine klare Grenze setzen und sich etwas eingestehen müssen: Gedanken können eine gewaltige Macht entwickeln und dazu führen, dass die Objektivität in ungefährlichen Situationen verloren geht.

Diese Fehleinschätzung führt sinnbildlich zu einem Fluchtverhalten. Die Angst wird nun möglicherweise mit vertrauter Selbstverständlichkeit erwartet: Sicherheitshalber werden vergleichbare Situationen vermieden. Sie erkennen sicher die Kontraproduktivität, denn der Angst vor Menschen zu reden entkommen Sie dadurch nicht. Vielmehr krabbelt sie förmlich auch in andere Bereiche des Lebens. Der Körper weiß nicht mehr, dass Reden vor Gruppen und das sich Präsentieren in das soziale Miteinander gehören. Die scheinbare Problemauslieferung lässt Erwartungsangst entstehen. Wenn die Angst nun regelmäßig zum Leben gehört, entwickelt sich eine Angst vor der Angst. Das Paradoxon macht ein normales Leben unmöglich: Die Angst lähmt Sie und nimmt Ihnen möglicherweise Selbstvertrauen.

Lassen Sie nicht die Angst vor Menschen zu reden Ihr Leben bestimmen

Aus dieser Sackgasse sollten Sie heraus oder besser: Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen! Stellen Sie sich den Tatsachen und lassen Sie nicht zu, dass Ihnen das Problem zunehmend die Luft zum Atmen raubt. Holen Sie sich professionelle Hilfe: Bestimmen SIE über die Redeangst und lassen Sie nicht zu, dass sie Ihr Leben bestimmt. Akzeptieren Sie die Angst und versuchen Sie nicht sie zu unterdrücken oder zu vermeiden. Sie existiert nicht real sondern nur in Ihrem Kopf.

 

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