Generalisierte Angststörung

Zwischen normaler Angst und einer generalisierten Angststörung unterscheiden zu können, ist oftmals sehr schwierig. Als Hauptmerkmal dieser Angsterkrankung macht sich eine in vielen Lebensbereichen unrealistische oder übertriebene Angst und Besorgnis bemerkbar.  Das wesentliche Symptom ist eine generalisierte und anhaltende Angst, die sich aber nicht auf bestimmte Situationen in der Umgebung beschränkt. Auch ist die Angst in bestimmten Situationen nicht besonders betont. Das bedeutet, die Angst ist frei flottierend. Die hauptsächlichen körperlichen Reaktionen sind wie bei anderen Angststörungen sehr unterschiedlich. Zu diesem Krankheitsbild gehören Beschwerden wie ständige Nervosität, Muskelspannung, Zittern, Benommenheit, Schwitzen, Schwindelgefühle, Herzklopfen oder Oberbauchbeschwerden. Die Patienten befürchten häufig, zu erkranken oder zu verunglücken. Sie ängstigen sich auch darüber, dass Angehörige von Ihnen erkranken oder ihnen irgendetwas anderes zustoßen könnte. Auch kann eine große Anzahl anderer Sorgen und Vorahnungen vorhanden sein.

Bei Frauen kommen diese Störungen häufiger vor als bei Männern. Oftmals in Zusammenhang mit lange andauernden Belastungen durch äußere Umstände. Der Verlauf ist unterschiedlich. Er tendiert aber zu Schwankungen und Chronifizierungen.

So wird eine generalisierte Angststörung diagnostiziert

Patienten müssen primäre Symptome von Angst an den meisten Tagen, mindestens mehrere Wochen lang, meist mehrere Monate, aufweisen. Sie können sich in der Regel nur kurzfristig von den Ängsten ablenken oder distanzieren. In der Regel sind folgende Einzelsymptome festzustellen:

  1. Befürchtungen (Sorge über zukünftiges Unglück, Konzentrationsschwierigkeiten, Nervosität usw.)
  2. motorische Spannung (körperliche Unruhe, Spannungskopfschmerz, Zittern, Unfähigkeit, sich zu entspannen)
  3. vegetative Übererregbarkeit (Benommenheit, Schwitzen, Tachykardie oder Tachypnoe, Oberbauchbeschwerden, Schwindelgefühle, Mundtrockenheit etc.)

 

Bei Kindern herrschen oft das häufige Bedürfnis nach Beruhigung und wiederholte somatische Beschwerden vor. Andere Symptome (besonders Depressionen) können für wenige Tage vorübergehend auftreten und schließen eine generalisierte Angststörung als Hauptdiagnose nicht aus.

Betroffene dürfen aber nicht die vollständigen Kriterien für eine depressive Episode (F32), phobische Störung (F40), Panikstörung (F41.0) oder Zwangsstörung (F42) erfüllen.

Verlauf

Ohne Behandlung besteht die generalisierte Angststörung gewöhnlich über einen Zeitraum von mehreren Jahren bzw. Jahrzehnten. Die Beeinträchtigung der sozialen Anpassung oder der beruflichen Leistungsfähigkeit ist meist geringer als bei anderen Angststörungen.

Komorbidität

Sehr häufig treten Angststörungen in Kombination mit anderen psychischen Erkrankungen auf. Oft ist es sehr schwer zu differenzieren, welche Störung dabei im Vordergrund steht. So weisen etwa 60 % der Patienten mit einer generalisierten Angststörung auch Symptome einer behandlungsbedürftigen Depression auf. Bei 20-40 % der Patienten kommt es zu einer Komorbidität mit Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten oder anderen Drogen. Auch andere Erkrankungen treten gehäuft im Zusammenhang mit Angststörungen auf. Dabei handelt es sich um Zwangsstörungen, somatoforme Störungen und posttraumatische Belastungsstörungen.

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