Angststörung Therapie – eine Fallgeschichte

Meine Klientin wurde als Fünfjährige von zwei Kindern in einen dunklen Keller gesperrt. Diese Situation machte ihr natürlich Angst (Gefühl). Außerdem stellte sie sich selbst in Frage. Sie war nämlich davon überzeugt, etwas falsch gemacht zu haben und sei deswegen in den Keller gesperrt worden. Über diese Überzeugung (Überzeugen sind auf der Ebene Glauben und Werte angesiedelt) sprach sie (innere Dialog) mit sich selbst.

Der Prozess, der die Angststörung entstehen ließ

Intern wurde bei meiner Klientin eine kongruente Information auf zwei Sinneskanälen (Angst = kinästhetischer Kanal, Sprechen = auditiver Kanal) als Erfahrung verarbeitet. Und diese Erfahrung machte sie in einem besonderen Zustand: in Trance.

Trance lässt sich auch als ein Zustand beschreiben, in dem Gehirne besonders gut aus Erfahrungen lernen. Das Gehirn meiner Klientin lernte, da sie sich in Trance befand, aus einer einzigen Erfahrung, dass verschlossene Türen Angst bedeuten, und ihr Gehirn ließ daraus ein „Angstprogramm“ entstehen.

Zu Anfang hatte sie nur nachts Angst, wenn in ihrem Kinderzimmer die Tür nicht aufstand. Im Laufe der Zeit kamen aber auch andere „Verästelungen“ der Angst (Phobie: Angst in verschlossenen Räumen) hinzu und steigerten sich in den letzten Jahren bis hin zu Panikattacken (Angst vor der Angst).

In der Therapie stellte sich heraus, dass sie vergessen hatte, wie ihre Mutter sie aus dem Keller befreit und tröstet (angenehmes Gefühl).

Vereinfacht könnte man sagen: Sie hat die Geschichte nicht zu Ende „gefühlt“. Das Happy End ist sozusagen verloren gegangen. Mit dieser unfertigen Geschichte hat sie sich 45 Jahre lang (unbewusst) beschäftigt (innerer Konflikt) und daraus eine Angststörung (neurotisches Verhalten) entwickelt.

Die gesamte Angststörung Therapie dauerte 2 Stunden. In Trance (besonderer Lernzustand) ließ ich meine Klientin noch einmal die damalige Situation erleben. Dieses Mal aber aus einem sicheren Abstand und mit einem zusätzlichen Sinneskanal ausgestattet. Sie betrachtete sich selbst (visueller Kanal) in dem Keller und konnte das Happy End der Geschichte sehen und dann auch fühlen. Ihr Gehirn konnte mit dieser neuen Erfahrung den Konflikt und damit die Angststörung auflösen.

Angststörung Therapie – meine Ansätze

Eine genaue Prozess-Diagnose einer Störung (nicht nur eine Symptom-Diagnose) halte ich für extrem wichtig. Jeder Fall muss individuell betrachtet und bearbeitet werden, denn jeder Klient ist einzigartig. Eine Therapie muss sich an den Klienten anzupassen. Nicht der Klient an die Therapie, wie das oft bei den klassischen Therapien der Fall ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.